Cyberangriffe bedrohen Unternehmen jeder Größe. Eine Cyberversicherung schützt – aber nur mit passgenauer Beratung. Experten analysieren Risiken, IT-Sicherheit und gesetzliche Vorgaben, um die richtige Police zu finden. Ohne fundierte Beratung bleibt der Schutz oft lückenhaft. - Heutiges Thema: Gute Beratung für Cyberversicherungen mit Tino Weissenrieder
Tino Weissenrieder, Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH), ist Geschäftsführer der W&K Wirtschaftsberatung GmbH & Co. KG.
Als Finanz- und Versicherungsmakler leitet er das Unternehmen und bietet als TÜV-zertifizierter Fachberater für Cyber-Risiken maßgeschneiderte Lösungen im Bereich Cyber-Versicherung für Unternehmen an, um digitale Risiken abzusichern.
Sein Ziel ist es, seine Kunden optimal auf die Zukunft vorzubereiten – sei es durch Schutz vor Cyber-Bedrohungen oder leistungsstarke Versicherungskonzepte.
Die 25 Millionen Umsatz ist keine feste Grenze am Cyber-Versicherungsmarkt. Aber man kann sagen, bei einigen Anbietern von Cyber-Policen gibt es diese oder eine ähnliche Grenze. Wenn Firmen darunter liegen, gehen die Versicherer meist von einer geringeren Komplexität der IT-Infrastruktur aus und bieten dadurch schlankere Beantragungsprozesse.
Also ein vereinfachtes Underwriting mit standardisiertem, manchmal sehr kurzem Fragekatalog. Hier sprechen wir je nach Anbieter lediglich zwischen 5-15 Fragen. Das Produkt sind dann pauschale Tarife mit festen Versicherungssummen.
Bei größeren Firmen kann es zu einer individuelleren Risikoprüfung kommen. Das drückt sich meist in zusätzlichen Fragebögen aus. Bis hin zu Interviews durch Experten. Die Messlatte an Sicherheitsvorkehrungen ist höher. Hier wollen die Versicherer dann z.B. auch MFA und Segmentierung der Netzwerke sehen.
Der Markt der Cyber-Versicherungen ist sehr dynamisch. Die Produkte werden weiter entwickelt. Immer mehr Versicherer arbeiten inzwischen mit externen Scans um das Risiko besser beurteilen zu können.
Es gibt verschiedene Ansätze und Methoden für Scans, wie etwa Web-Scans, externe Scans oder Outside-In-Scans. Diese Verfahren teilen jedoch ein grundlegendes Problem: Sie erfassen ausschließlich die IT-Sicherheitslage von außen.
Aus diesem Grund beschäftigen sich derzeit viele Versicherer mit der Frage, wie die IT-Sicherheit noch präziser messbar und unternehmensübergreifend vergleichbar gemacht werden kann.
Einige Versicherer prüfen aktuell, ob zusätzlich zu den externen Scans auch interne Scans der IT-Infrastruktur integriert werden können. Dadurch sollen technische und organisatorische Maßnahmen standardisiert erfasst werden.
Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung eines Cyber-Risk-Scores, der eine objektive Vergleichbarkeit der IT-Sicherheitsniveaus unterschiedlicher Unternehmen ermöglicht.
Als Unternehmen unter 25 Millionen Euro Umsatz haben wir nicht die gleichen IT-Ressourcen wie größere Firmen. Unsere IT-Sicherheitsmaßnahmen müssen effizient und praktikabel sein, weil wir keine eigene große IT-Abteilung haben. Deshalb ist es für uns essenziell, in die richtigen Schutzmaßnahmen zu investieren und durch eine gute Beratung die passende Cyberversicherung zu wählen.
Größere Unternehmen haben oft strengere Compliance-Anforderungen und umfangreiche Sicherheitsstrategien. Sie können spezialisierte Teams und Technologien einsetzen. Aber auch für uns als kleineres Unternehmen (unterhalb der 25 Millionen Umsatzdefinitionsgrenze) ist IT-Sicherheit ein zentrales Thema – denn ein Cyberangriff kann existenzbedrohend sein
Der Versicherungsnehmer ist laut Gesetzgeber (§ 19 VVG – Anzeigepflicht) verpflichtet, alle gefahrerheblichen Umstände anzugeben, nach denen der Versicherer in Textform fragt. Diese Pflicht gilt vor Vertragsabschluss und bezieht sich auf Informationen, die dem Kunden bekannt sind oder bekannt sein müssten.
Bei größeren Firmen wird vom Versicherer noch mehr Input gefordert. Dies auch wieder über Fragebogen. Dazu gehören dann Unternehmensdaten (Anzahl Mitarbeiter, Umsatz, etc.), IT-Infrastruktur und Sicherheitsmaßnahmen, Schulungen und Awareness, oder Vorfälle in der Vergangenheit.
Für Kunden, die eine Cyberversicherung abschließen, stehen folgende Werte im Fokus:
Kunden suchen dauerhaft Schutz und einen Risikoausgleich, gerade in Zeiten steigender Cyberangriffe. Die Kosten liegen hier gar nicht so im Fokus, sondern das Ausgleichen von Risiken für das "eigene Unternehmen".
Eine Cyber-Versicherung deckt zwei Hauptbereiche ab:
Für uns ist eine gute Cyberversicherung mehr als nur eine Absicherung – sie muss wirklich zu unserem Unternehmen passen. Wichtig ist, dass sie genau die Risiken abdeckt, die für uns relevant sind, wie Hackerangriffe, Datenverluste oder Betriebsunterbrechungen.
Die Vertragsbedingungen müssen klar und verständlich sein, ohne versteckte Ausschlüsse. Im Schadensfall erwarten wir schnelle Hilfe – nicht nur finanziell, sondern auch mit IT-Experten, die uns direkt unterstützen. Zudem sollte die Versicherung präventive Maßnahmen fördern, damit wir unsere IT-Sicherheit weiter verbessern können. Und natürlich muss das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen
Vor dem Abschluss einer Cyber-Versicherung ist eine umfassende Beratung essenziell, da die Risiken und Anforderungen je nach Unternehmensgröße, Branche und IT-Infrastruktur stark variieren. Die Beratung umfasst mehrere Schritte, um sicherzustellen, dass der Versicherungsschutz optimal auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt ist.
Die Beratung vor dem Abschluss einer Cyber-Versicherung ist ein ganzheitlicher Prozess, der von der Risikoanalyse über die Auswahl des passenden Versicherungsschutzes bis hin zur laufenden Betreuung reicht. Ziel ist es, nicht nur einen optimalen Versicherungsschutz sicherzustellen, sondern auch das Unternehmen mit der Cyber-Versicherung in seiner IT-Sicherheitsstrategie zu unterstützen.
Die Berater sollten uns verständlich erklären, welche Schäden abgedeckt sind und wo mögliche Lücken bestehen. Transparenz ist entscheidend – wir wollen keine versteckten Klauseln oder unklare Ausschlüsse.
Außerdem erwarten wir klare Empfehlungen, wie wir unsere IT-Sicherheit verbessern können, um Risiken und Prämien zu optimieren. Eine gute Beratung gibt uns das Vertrauen, im Ernstfall wirklich abgesichert zu sein.
Das Gespräch hebt die zentrale Bedeutung einer fundierten Beratung bei Cyberversicherungen hervor.
Einerseits wird betont, dass Versicherer je nach Unternehmensgröße unterschiedliche Anforderungen stellen – kleinere Unternehmen profitieren von vereinfachten Prozessen, während größere einer detaillierteren Risikoprüfung unterliegen.
Andererseits wird darauf hingewiesen, dass gerade für kleinere Unternehmen maßgeschneiderte IT-Sicherheitsmaßnahmen essenziell sind, da Cyberangriffe existenzbedrohend sein können.
Einig sind sich beide Seiten darin, dass eine transparente Kommunikation und ein genaues Verständnis der eigenen IT-Sicherheit notwendig sind, um den bestmöglichen Versicherungsschutz zu erhalten.
Geschäftsführer / CEO
Gründer und Geschäftsführer der EntekSystems GmbH. Herr Kostka verantwortet bei uns die Bereiche technischer Vertrieb und Leitung des Tagesgeschäfts.
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